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22.04.2011


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Der Anfang – My Story #germany

Es ist schon komisch, wie sich Dinge verändern.

Gestern glaubte ich noch alles, wie es ist, wie ich es mir erarbeitet habe, ist auch das was ich will vom Leben. Und dann, ja dann dreht sich auf einmal das Bild und ich schaue hinter das Ganze. So oder so ähnlich beginnen viele drittklassige Romane. Dies jedoch ist meine Story. Und sie begann so:

 

Alles läuft wunderbar. Die Karriere entwickelt sich außerplanmäßig gut. Eine schöne Wohnung wartet auf mich, wenn ich es schaffe nach Hause zu kommen und das soziale Leben, über das kann ich mich auch nicht beschweren. Alles gut also.

Dann änderte sich was. Ein neues Motorrad nannte sich plötzlich mein. Ein Tattoo zeigt mir jetzt jeden Tag aufs Neue, um was es sich hier handelt. Man muss was starten, um etwas zu erreichen.

 

Es geht um das Reisen.

Ein Kapitel meines Lebens, was bis vor Kurzem eigentlich einen sehr kleinen Platz in meinem Leben einnahm. Mir quoll auch nicht gerade das Geld aus der Tasche, um eigenständig zu reisen. Ich war zufrieden mit den kleinen innerländischen Touren.

Dann fing es an. Eher spontan und aus einer Laune heraus entschlossen sich Andre und ich nach NY zu fliegen um unseren Kumpel Tim und seine Freundin Anne zu besuchen. Und zack, kurze Zeit später, stand ich auf einem anderen Kontinenten.

Ja, ich glaube damit fing alles an. Hiernach wollte ich mehr. Spontantrips in ferne Städte. Träume entstanden, wie z.B. mit der Bahn ganz Europa zu bereisen. Von Stadt zu Stadt. Die Reiselust war also geweckt. Und es war mir egal keinen Reiseparter/in für die nächste Reise zu finden. Denn auch allein unterwegs ist man nie allein unterwegs sollte ich später lernen.

 

Ich hatte inzwischen ein Paar Leute aus anderen Ländern kennengelernt, die es galt zu besuchen, so dachte ich. Aber dann war da ja noch Daniel. Ein Freund aus der Unizeit. Als Open-Explorer reist er durch die Welt. Wie lange hatte ich ihn jetzt schon nicht mehr gesehen? Ein Jahr oder mehr. Es wirkt alles so nah seitdem man ihn fast täglich via Blog und Skype vor Augen hat. Aber halt mal. Hatte jemals jemand Daniel besucht auf seiner Reise? Nein! Dann fang ich damit an. (Später stellte sich raus, das doch jemand ihn besucht hatte. Und zwar Joey, seine jetzige Freundin, das hat er aber gut verheimlicht, denn hier wusste niemand davon)

 

Also auf. Weit weg. Daniel besuchen.

Und so kam es zu meiner zweiten großen Reise, die meine Träume befriedigen sollte. Diese Reise gab mir dann den Rest. Nicht nur, dass sie meine Reiselust noch unvorstellbar erweitert hat, gab mir der Trip auch viel Zeit zum Denken. Einen Weltreisenden zu begleiten, jemanden der alles hinter sich gelassen hat, jemanden der in der Welt lebt, dessen zu Hause dort ist, wo er sich gerade befindet, ja so jemand hat viel zu erzählen.

Dinge, über die ich mir keine Gedanken gemacht habe. Dinge, die ich noch nicht verstehe. Dinge, die mich beschäftigen. Da fing es an. Zweifel! Was mache ich eigentlich? Bringst das? Wie solls weitergehen? Konkret: Ist das alles: Morgens zur Arbeit zu gehen und spät Abend zurück zu kommen. Die Zeit an einem vorbeirauschen zu sehen? Ich merkte dann doch, wie klein meine persönliche Welt war, wenn ich aufgezeigt bekam, was es für Möglichkeiten da draußen gibt. Was da auf mich wartet. Ja dann verstehe ich schwerlich, wieso ich mit dem Tagestrott zurechtkomme. bzw. zufrieden bin. Es wandelten sich also meine grundlegenden Prioritäten.

 

Fördern für das Ganze ist natürlich auch meine Situation. Eigentlich steht mir nichts im Wege. Ich bin unabhängig. Ich habe weder eigene Kinder und Frau noch zwingende Verpflichtungen, die mich halten könnten. Ich bin noch jung.

Mein Umfeld veränderte sich ja seit Langem schon. Freunde bekamen Kinder und gründeten Familien. Doch das ist nicht das, was ich will. Jedenfalls noch nicht jetzt.

Und wenn ich daran denke ich würde in einer solchen Situation stecken. Könnte ich dann meine Träume noch umsetzen? Wie groß ist die Chance, das noch jemals die Situation so optimal ist diesen Traum, des Reisens, einfach umzusetzen. Es wäre sogar grob fahrlässig diese Situation nicht zu nutzen.

Ganz nach meinem Motto habe ich also im Kopf schon begonnen mit meiner Reise.

 

Also bin ich schon fast am Ziel.